Bibelübersetzung Grerol 2026 – Leseprobe
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Das Evangelium nach Lukas
Lukas 1
1 Viele haben es schon unternommen, eine Erzäh-
lung von den Ereignissen zusammenzustellen, die
sich unter uns erfüllt haben,
2 wie sie uns von denen überliefert wurden, die
von Anfang an Augenzeugen und Diener des
Wortes waren.
3 So habe auch ich mich entschlossen, allem von
Anfang an sorgfältig nachzugehen und es dir,
hochgeehrter Theophilus, der Reihe nach aufzu-
schreiben,
4 damit du die Zuverlässigkeit der Lehre erkennst,
in der du unterrichtet wurdest.
5 In den Tagen des Herodes, des Königs von Ju-
däa, lebte ein Priester namens Zacharias aus der
Abteilung Abija. Seine Frau war eine Nachfahrin
Aarons und hieß Elisabet.
6 Beide waren gerecht vor Gott und lebten unta-
delig nach allen Geboten und Satzungen des
Herrn.
7 Sie hatten aber keine Kinder, weil Elisabet un-
fruchtbar war, und beide waren schon hochbe-
tagt.
8 Als Zacharias im Dienst seiner Abteilung vor
Gott stand,
9 traf ihn nach dem Brauch der Priesterschaft das
Los, in den Tempel des Herrn zu gehen und das
Räucheropfer darzubringen.
10 Die ganze Volksmenge betete draußen zur
Stunde des Räucheropfers.
11 Da erschien ihm ein Engel des Herrn, der
rechts vom Räucheraltar stand.
12 Zacharias erschrak, als er ihn sah, und Furcht
überfiel ihn.
13 Der Engel aber sagte zu ihm: „Fürchte dich
nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden.
Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären,
und du sollst ihm den Namen Johannes geben.
14 Er wird dir Freude und Wonne bringen, und
viele werden sich über seine Geburt freuen.
15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn. Wein
und starkes Getränk wird er nicht trinken, und
schon im Mutterleib wird er mit dem Heiligen
Geist erfüllt sein.
16 Viele von den Söhnen Israels wird er zum
Herrn, ihrem Gott, zurückführen.
17 Er wird vor ihm hergehen im Geist und in der
Kraft des Elia, um die Herzen der Väter den Kin-
dern zuzuwenden und die Ungehorsamen zur
Einsicht der Gerechten zu bringen – ein Volk, das
für den Herrn bereit ist.“
18 Zacharias sagte zu dem Engel: „Woran soll ich
das erkennen? Ich bin doch schon alt, und meine
Frau ist hochbetagt.“
19 Der Engel antwortete ihm: „Ich bin Gabriel,
der vor Gott steht, und ich bin gesandt, mit dir zu
reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen.
20 Und siehe, du wirst stumm sein und nicht re-
den können bis zu dem Tag, an dem das alles ge-
schieht, weil du meinen Worten nicht geglaubt
hast, die sich zu ihrer Zeit erfüllen werden.“
21 Das Volk wartete auf Zacharias und wunderte
sich, dass er so lange im Tempel blieb.
22 Als er herauskam, konnte er nicht zu ihnen
sprechen. Da merkten sie, dass er im Tempel eine
Erscheinung gesehen hatte. Er winkte ihnen nur
zu und blieb stumm.
23 Als die Tage seines Dienstes zu Ende waren,
kehrte er nach Hause zurück.
24 Nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabet
schwanger. Fünf Monate lang hielt sie sich ver-
borgen und sagte:
25 „So hat der Herr an mir gehandelt in den Ta-
gen, als er mich ansah, um meine Schmach unter
den Menschen wegzunehmen.“
26 Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel
von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazareth
gesandt
27 zu einer Jungfrau, die mit einem Mann namens
Josef verlobt war, einem Nachkommen Davids.
Der Name der Jungfrau war Maria.
28 Der Engel trat zu ihr und sagte: „Sei gegrüßt,
du Begnadete! Der Herr ist mit dir.“
29 Sie erschrak über diese Worte und überlegte,
was dieser Gruß bedeuten sollte.
30 Der Engel sagte zu ihr: „Fürchte dich nicht,
Maria! Du hast Gnade bei Gott gefunden.
31 Siehe, du wirst schwanger werden und einen
Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Je-
sus geben.
32 Er wird groß sein und Sohn des Höchsten ge-
nannt werden. Der Herr, Gott, wird ihm den Thron
seines Vaters David geben.
33 Er wird über das Haus Jakob herrschen in
Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.“
34 Maria fragte den Engel: „Wie soll das gesche-
hen, da ich keinen Mann erkenne?“
35 Der Engel antwortete ihr: „Der Heilige Geist
wird über dich kommen, und die Kraft des Höchs-
ten wird dich überschatten. Darum wird auch das
Heilige, das geboren wird, Sohn Gottes genannt
werden.
36 Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat in
ihrem Alter einen Sohn empfangen, und dieser
Monat ist der sechste für sie, die unfruchtbar ge-
nannt wurde.
37 Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.“
38 Da sagte Maria: „Siehe, ich bin die Magd des
Herrn. Mir geschehe nach deinem Wort.“ Und der
Engel ging von ihr weg.
39 In diesen Tagen machte sich Maria auf und
ging eilends in das Bergland, in eine Stadt Judas.
40 Sie trat in das Haus des Zacharias und begrüß-
te Elisabet.
41 Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das
Kind in ihrem Leib, und Elisabet wurde mit dem
Heiligen Geist erfüllt.
42 Sie rief mit lauter Stimme: „Gesegnet bist du
unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht
deines Leibes!
43 Und woher kommt mir das, dass die Mutter
meines Herrn zu mir kommt?
44 Denn siehe, als der Klang deines Grußes an
mein Ohr drang, hüpfte das Kind vor Freude in
meinem Leib.
45 Und selig ist, die geglaubt hat, dass sich erfül-
len wird, was ihr vom Herrn gesagt worden ist.“
46 Da sagte Maria:
„Meine Seele erhebt den Herrn,
47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Ret-
ter.
48 Denn er hat auf die Niedrigkeit seiner Magd
gesehen.
Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle
Geschlechter.
49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,
und heilig ist sein Name.
50 Seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu
Geschlecht
bei denen, die ihn fürchten.
51 Er hat mit seinem Arm Macht geübt,
er hat die Hochmütigen zerstreut in der Gesin-
nung ihres Herzens.
52 Er hat Mächtige von den Thronen gestoßen
und Niedrige erhöht.
53 Hungrige hat er mit Gutem gesättigt
und Reiche leer fortgeschickt.
54 Er hat sich Israels, seines Knechtes, angenom-
men,
um seiner Barmherzigkeit zu gedenken –
55 wie er zu unseren Vätern gesagt hat,
zu Abraham und seinem Samen in Ewigkeit.“
56 Maria blieb etwa drei Monate bei ihr und kehr-
te dann nach Hause zurück.
57 Für Elisabet aber kam die Zeit, dass sie gebä-
ren sollte, und sie brachte einen Sohn zur Welt.
58 Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass
der Herr großes Erbarmen an ihr getan hatte, und
sie freuten sich mit ihr.
59 Am achten Tag kamen sie, um das Kind zu be-
schneiden. Sie wollten ihm den Namen seines
Vaters Zacharias geben.
60 Seine Mutter aber sagte: „Nein, er soll Johan-
nes heißen.“
61 Sie sagten zu ihr: „Es gibt doch niemand in
deiner Verwandtschaft, der so heißt.“
62 Sie fragten seinen Vater durch Zeichen, wie er
ihn nennen wolle.
63 Er verlangte ein Schreibtafelchen und schrieb:
„Johannes ist sein Name.“ Und alle wunderten
sich.
64 Im selben Augenblick wurde sein Mund geöff-
net, seine Zunge gelöst, und er redete und lobte
Gott.
65 Furcht kam über alle ihre Nachbarn, und im
ganzen Bergland von Judäa sprach man von allen
diesen Ereignissen.
66 Alle, die davon hörten, bewahrten es in ihrem
Herzen und sagten: „Was wird wohl aus diesem
Kind werden?“ Denn die Hand des Herrn war mit
ihm.
67 Sein Vater Zacharias wurde mit dem Heiligen
Geist erfüllt, weissagte und sagte:
68 „Gelobt sei der Herr, der Gott Israels!
Denn er hat sein Volk besucht und Erlösung ge-
schaffen.
69 Er hat uns ein Horn des Heils aufgerichtet
im Haus seines Knechtes David –
70 wie er geredet hat durch den Mund seiner hei-
ligen Propheten von alters her –
71 Rettung vor unseren Feinden
und aus der Hand aller, die uns hassen,
72 um Barmherzigkeit zu üben an unseren Vätern
und seines heiligen Bundes zu gedenken,
73 des Eides, den er unserem Vater Abraham ge-
schworen hat,
74 uns zu geben, dass wir, aus der Hand der
Feinde errettet,
ihm furchtlos dienen
75 in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm
alle Tage unseres Lebens.
76 Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten ge-
nannt werden;
denn du wirst vor dem Herrn hergehen,
um seine Wege zu bereiten,
77 seinem Volk Erkenntnis des Heils zu geben
in der Vergebung ihrer Sünden,
78 durch das herzliche Erbarmen unseres Gottes,
mit dem uns der Aufgang aus der Höhe besuchen
wird,
79 um denen zu leuchten, die in Finsternis und
Todesschatten sitzen,
und unsere Füße auf den Weg des Friedens zu
lenken.“
80 Das Kind aber wuchs heran und wurde stark
im Geist. Und es lebte in der Wüste bis zu dem
Tag, an dem es vor Israel hervortreten sollte.